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RFID: Kleiner Chip – große Wirkung

Radio Frequency Identification (RFID) ist eine auf Funkchips basierende Technik, die zur Markierung von Waren und Produkten entwickelt wurde. Mit RFID können logistische Prozesse optimiert und somit Arbeitskräfte eingespart werden. ver.di fordert, RFID solle zum Nutzen der Menschen eingesetzt werden und nicht gegen sie.

Im Handel ermöglicht RFID eine lückenlose Warenverfolgung und bessere Steuerung bis hin zur Automatisierung der Logistik. Einzelne Unternehmen haben Pilotversuche abgeschlossen und führen die neue Technik schrittweise ein. Sie setzen auf Einsparpotenziale durch Rationalisierungseffekte und damit eine Verbesserung ihrer Marktstellung gegenüber Wettbewerbern. RFID steht derzeit auch als Synonym für weitere Techniken, die im Handel verstärkt Einzug halten, z.B. Selfscanningkassen und Selfpaystationen, elektronische Preisauszeichnung oder Kundenterminals verschiedenster Art. Tätigkeiten, die heute in der Warenwirtschaft oder an Kassen von Handelsbeschäftigten ausgeübt werden, verändern sich oder werden wegfallen.

ver.di will, dass die technische Innovation RFID für eine humane Gestaltung und Sicherung der Arbeitsplätze genutzt wird und nicht nur einseitig die Unternehmen profitieren. ver.di will eine Teilhabe am Produktivitätsfortschritt für die Beschäftigten. Wie die Beschäftigungschancen im Handel künftig aussehen, hängt auch davon ab, ob der Handel ausschließlich auf „immer billig“ setzt und Beschäftigte nur als Kostenfaktor betrachtet oder ob sich Entwicklungen durchsetzen, die auf Qualität im Handel setzen mit fairen Arbeitsbedingungen und ausreichendem, qualifiziertem Personal.

RFID hat nicht nur für den Handel gravierende Folgen, RFID hat auch in der Logistik Fuß gefasst und wird weitere Wirtschaftsbereiche gravierend verändern. Aber auch gesellschaftlich ist mit Umbrüchen zu rechnen. ver.di will verhindern, dass Menschen mit Hilfe von RFID einer totalen Kontrolle ausgeliefert werden, egal ob im Betrieb oder als Konsument.

Die Rechtslage ist jedoch noch weitgehend ungeregelt, trotz der bestehenden Persönlichkeitsrechte, die jedem Menschen das Recht geben, selbst darüber zu bestimmen, welche Informationen über einen an wen gelangen. ver.di fordert: Es darf keine geheimen Datenbanken geben und keine geheime Auslese von Chips. Konsumenten und Beschäftigte müssen wissen, wer was über sie weiß.

RFID Basisinformation: Was Betriebsräte über den Einsatz von Funkchips wissen sollten

ver.di hat eine Basisinformation zum Thema RFID erstellt, die kostenlos als PDF zur Verfügung steht. Die Broschüre zeigt die Einsatzmöglichkeiten, Chancen und Risiken von RFID. Sie zeigt, wo Regelungsbedarf besteht und was Betriebsräte schon jetzt zum Schutz der Beschäftigten tun können. Die Broschüre will Betriebsräte ermutigen, ihre Informations-, Initiativ- und Mitbestimmungsrechte wahrzunehmen. Für Betriebsräte ist es jetzt wichtig, die durch die Technik betroffenen Rechte der Beschäftigten zu sichern und ihre Interessen zu vertreten. Letztendlich dient dieses Einmischen, wie zum Beispiel bei den Belangen des Datenschutzes, nicht nur den Beschäftigten während der Arbeit, sondern auch nach Dienstschluss als Kundin oder Kunde.

Broschüre RFID

PDF "RFID Basisinformation" von 2007 (ca. 4,5MB)




ver.di-Initiative Gute Arbeit

Onlinerechte für Beschäftigte

InnoKenn



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