Telearbeit
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Chancen und Risiken 

In der Praxis liegen Chancen und Risiken von Telearbeit oft sehr nah beieinander. Man muß beides kennen, um seine persönliche Bilanz aufzustellen. Ob die Vorteile oder die Nachteile überwiegen, hängt grundsätzlichen von den Rahmenbedingungen ab, z.B. dem arbeitsrechtlichen Status der TelearbeiterInnen. Ebenso können sich die persönlichen Lebensumstände positiv oder negativ auswirken.

Günstige Voraussetzungen die Risiken zu minimieren bestehen, wenn Telearbeit auf einer arbeitsvertraglichen Grundlage erfolgt und alternierenden Charakter hat, also im Wechsel zwischen betrieblicher und häuslicher Arbeitsstätte gearbeitet wird.

Telearbeit kann für Beschäftigte aus folgenden Gründen attraktiv sein:
  • Freie Zeiteinteilung und ungestörtes Arbeiten nach dem persönlichen Rhythmus zu Hause.
  • Selbstständiges Arbeiten.
  • Kosten- und Zeitersparnis durch weniger Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.
  • Bessere Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie sowie persönlichen Interessen.
  • Beschäftigungsmöglichkeiten in strukturschwachen Regionen.
Den Vorteilen stehen allerdings auch Risiken für die Beschäftigten bei Telearbeit gegenüber:
  • Tendenz zur Vereinzelung und Isolation (insbesondere bei ausschließlicher Teleheimarbeit).
  • Vernachlässigung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit bei der Arbeit.
  • Weniger Möglichkeiten zum betrieblichen Erfahrungsaustausch und gemeinsamer Interessenvertretung bei der Arbeit.
  • Beeinträchtigung des Familienlebens, weil Privatleben und Arbeit schwieriger voneinander abzugrenzen sind.
  • Auflösung betrieblicher Strukturen und Verbreitung ungesicherter Arbeitsverhältnisse.
Nicht zuletzt sind die Folgen geprägt von den Motiven der Unternehmen, die Telearbeit einführen. "Beschäftigte", so urteilen Unternehmen über den Nutzen von Telearbeit, "die sich zu Hause ihre Arbeit selbst einteilen können, sind motivierter, leistungsbereiter und produktiver als im Betrieb." Geht es im Grunde jedoch nur um kurzfristiges Kostenkalkül und den Abbau von geschützten Arbeitsverhältnissen, werden TelearbeiterInnen sich eher mit den Nachteilen konfrontiert sehen.

Chance für die Gesellschaft

In der gesellschaftlichen Betrachtung von Telearbeit wird an erster Stelle die Chance zur Verkehrsentlastung in den Ballungsräumen genannt. Das Wirtschaftsministerium stellt dazu euphorisch fest: "Nimmt man die vorsichtige Prognose, daß in vier Jahren, zur Jahrtausendwende, allein in Deutschland 800.000 Menschen zumindest teilweise "telearbeiten", dann heißt dies im Umkehrschluß, daß dann 3,2 Milliarden Kilometer weniger mit dem Auto zur Arbeit gefahren werden". (BMWi, Telearbeit) Eine Umweltstudie des Ökoinstituts e.V., rechnet dagegen, daß "der Umwelt- und Verkehrsentlastung durch einen solchen Telearbeitsplatz Umweltbelastungseffekte durch doppelte Herstellung und Entsorgung von Geräten und ein doppelter Bedarf an Räumen entgegen(stehen). (...) Allerdings können Telearbeitsplätze im Einzelfall sehr wohl umweltentlastend sein (zum Beispiel bei sehr weiten Entfernungen) oder umweltentlastend gestaltet sein, wenn dies von der Firma, dem Betriebsrat und den Arbeitnehmern gezielt in Angriff genommen wird.(Quelle: Umweltschutz im Cyberspace, Öko-Institut e.V.)
Eine weitere Chance wird in der Möglichkeit gesehen, Arbeitsplätze wohnortnah und somit auch für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen zu schaffen. Regionale Telearbeitskonzepte (Satellitenbüros, Nachbarschaftsbüros oder Telecenter) können Beschäftigungsperspektiven in strukturschwachen Regionen eröffnen und die Lebensqualität steigern.



 
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